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Nov 18

Armut muss nicht sein – Dispositionskredit

Noch ein kleiner Auszug aus meinem Buch „Hertha Kerz sagt Armut muss nicht sein – Geld richtig verwalten„. Heute geht es um den Dispositionskredit

Sie sollten niemals Ihr Konto überziehen 

Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Der Dispositionskredit: Er ist vermutlich der am häufigsten in Anspruch genommene Kredit. Unter dem Kapitel ‘Bankgeschäfte‘ in meinem Buch habe ich erklärt, worum es sich genau handelt und wie viel er kostet. Immer wenn Sie Ihr Konto überziehen, zahlen Sie und zahlen und zahlen. Vielleicht beträgt Ihr Dispositionskredit 1.500,- €, vielleicht auch 1.550,- € und die Zinshöhe beträgt nicht 10 %, sondern 10,26 %. Ein kleiner, aber teurer Unterschied.

Dispositionskredit vermeiden

Aber wir sind ja nun nicht doof und lassen uns täuschen. Wir haben ja nun an anderer Stelle des Buches gelernt, wie man Leute, die Löcher in uns’re Taschen bohren, austrickst:

 

  • Lassen Sie sich mit dem Kauf einer Sache, für die Sie einen Kredit aufnehmen oder Ihr Konto überziehen müssten, lieber Zeit, und überlegen Sie sich, ob Sie das Teil wirklich benötigen, ob Sie es sofort benötigen, ob Sie es neu benötigen oder ob es nicht auch preiswerte Alternativen gibt.
  • Überlegen Sie sich, wie lange sie noch ohne dieses Teil existieren können.
  • Kaufen Sie keine Dinge mehrfach – weil sie vielleicht später nicht mehr zu bekommen sind. Wir leben nicht im Sozialismus mit Schlange stehen, und so. Alles, was Sie für Ihren Alltag benötigen – und noch viel mehr – können Sie jederzeit kaufen. Ist das Teil, von dem Sie zwei kaufen würden, wirklich so gut und toll, hält es auch entsprechend lange – oder es ist eben doch nicht so toll und dann brauchen Sie auch keine zwei davon.
  • Zinsen summieren sich zu richtig viel Geld, andererseits werden die Zinsbeträge immer höher. Nutzen Sie den Dispositionskredit möglichst niemals. Sie zahlen sich tot. Zumal Sie auf die Zinsen, wenn sie sie bezahlen und damit Ihr Konto noch weiter belasten, wiederum Zinsen zahlen müssen.
  • Andererseits, wenn Sie erst einmal in den Dispositionskredit gerutscht sind, rutschen Sie automatisch weiter hinein, weil Sie ja weitere Kosten haben, aber vermutlich mitten im Monat keine weiteren Einnahmen. Schließlich werden diese Zinsen quartalsweise (Am 1. April für die Monate: Jan., Feb., März – Am 1. Juli für die Monate: April, Mai, Juni – Am 1. Okt. für die Monate: Juli, Aug. Sept. und Am 1. Jan. für die Monate: Okt,, Nov. und Dez. So fängt das Jahr gut an.) alle drei Monate von Ihrem Konto abgezogen. Ist das nicht gruselig?
  • Für Anschaffungen machen Sie es anders. Überlegen Sie sich, wie viel Sie monatlich zurücklegen können – und legen Sie dieses Geld zurück. Wollen Sie etwas für 5.000,- € kaufen und in zehn Monaten abgezahlt haben, müssen Sie jeden Monat 500,- € zurücklegen können. Was? Das können Sie nicht, weil Ihre Ausgaben so hoch sind? Ist Ihnen klar, dass, wenn Sie dies nicht können Sie sich das Teil auch nicht auf Kredit hätten kaufen können? Denn schließlich kommen zu diesem Betrag noch die Kreditzinsen hinzu! Ist Ihnen klar, was geschieht, wenn Sie den Ratenkredit nicht bedienen können? Sie werden gepfändet!
  • Aber selbst wenn Sie jetzt sehen, dass Sie jeden Monat mehrere Hundert Euro zur Seite legen könnten, können Sie nicht sicher sein, ob dies in fünf, sechs oder acht Monaten auch noch möglich sein wird. Es braucht finanziell nur etwas dazwischen kommen. Schwupps, können Sie den Kredit nicht mehr bedienen.
  • Warum ist das so? Hier kommt uns unser dummes Gehirn in die Quere. Obwohl wir es aus der Erfahrung heraus wissen müssten, dass sich unsere Situation dauernd ändert, geht dieses dumme Gewirr vom Jetztzustand oder auch Istzustand aus und davon, dass alles, wie es jetzt ist, auch in Zukunft sein wird. Ein gruseliger, sehr teuer werden könnender Trugschluss. Also Finger weg von Krediten! Wie Sie das Geld für Teile, die Sie haben wollen, ansparen, zeige ich unter ‘Sparbuch‘. Jetzt aber erst einmal weiter mit den Krediten.
  • Insbesondere bei Sonderangeboten ist ein Ratenkauf völliger Kokolores. Eine Sache kostet beispielsweise statt 1000,- € nur 800,- €. Wenn Sie hier Ihren Dispo nutzen oder gar einen Kredit aufnehmen, werden Zinsen und Bearbeitungsgebühren zusammen sicher mindestens den regulären Preis erreichen, den Sie bezahlen, wenn Sie angespart und die Sache zu ihrem Normalpreis erstehen.

Mehr dazu in meinem Buch „Hertha Kerz sagt Armut muss nicht sein – Geld richtig verwalten„.

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