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Mai 18

Energiesparen – die Waschmaschine

Eigentlich verbrauchen Waschmaschinen weder viel Wasser noch viel Energie – wenn sie vernünftig genutzt würden. 

 

  • Nutzen Sie ein Basisgerät; 30°C, 40°C, 60°C, 95°C. Für Ihre Buntwäsche reichen 30°C, selten 40°C und für die Kochwäsche reichen 60°C. 95°C nutzen Sie nur bei schwerer und ansteckender Krankheit wie Salmonellen, Norrovirus, stark verschmutzter Wäsche und Pflegefällen. Sie benötigen keine Vorwäsche.
  • Halten Sie sich an die Waschmittelvorgaben. Darin sind Stoffe enthalten, die Ihre Maschine schützen. Das, was sich um den Heizstab schlingt, ist nämlich kein Kalk, sondern eine Patina aus Waschmittel – und die gehört da hin.
  • Lassen Sie den Weichspüler weg. Dann brauchen Sie auch nicht noch einmal extra zu spülen. Siehe auch Waschmittel.
  • Befüllen Sie die Maschine immer vollständig. Eine halb befüllte Maschine vergeudet Strom, Wasser und Waschmittel. Überlegen Sie sich, ob Sie vielleicht sogar auf die große Wäsche zurückgreifen, wie man es früher gemacht hat. Ich nehme mir einen Tag und habe dann die erste Maschine ‘Kochwäsche‘, so ist die Maschine gleichzeitig durch das 60°C heiße Wasser desinfiziert. Dann mache ich die 30°C und 40°C Maschinen und zuletzt wieder eine Maschine Kochwäsche (60°C ). So riecht nichts. Welche Teile bei welchen Temperaturen gewaschen werden, erläutere ich in meinem Buch ‘Hertha Kerz sagt … Haushalt‘
  • Kaufen Sie sich eine Waschmaschine ohne Trocknerfunktion, dann kommen Sie gar nicht erst in die Verlegenheit, sie nutzen zu wollen.
  • Hängen Sie Ihre Wäsche auf den Wäscheboden, nutzen Sie nicht die Trocknerfunktion Ihrer Maschine. Aber seien Sie auch nicht zu faul und trocknen Sie Ihre Wäsche – besonders im Winter – in der Wohnung. Die Heizkosten schießen einerseits in exorbitante Höhen, andererseits freuen sich Ihre Wohnungswände, Polstermöbel und Kleidung im Kleiderschrank nicht darüber. Hier kommen physikalische Gesetze zum Tragen. Wenn Sie in einem Raum trockene Stoffe haben und nasse Wäsche hinein hängen, dringt die Feuchtigkeit auch in die trockene Fraktion. Denn das Klima in einem Raum sucht immer ein Gleichgewicht. Außerdem braucht es mehr Energie, feuchte Luft zu erwärmen, als trocknere.
  • Wenn Sie im Winter waschen, wird die Wäsche auf dem Trockenboden allerdings nicht trocken. Hier können Sie die Wäsche portionsweise in die Wohnung bringen, in einem Raum weit auslegen, die Heizung anstellen und alle zwei Stunden Stoßlüften. Schade um die Heizung, aber trotzdem noch billiger, als wenn Sie den Tümmler der Maschine nutzen. Außerdem passiert das ja nur im Januar / Februar. Vielleicht können Sie die Sache ja auch so terminieren, dass Sie im Februar zumindest gar nicht waschen müssen. Er ist gewöhnlich der kälteste Monat im Jahr.
  • Hat Ihre Waschmaschine zwei oder mehr Geschwindigkeiten zum Schleudern, nehmen Sie immer die niedrigste. Einerseits spart das Strom, andererseits wird die Maschine weniger belastet und hält länger. Es ist egal, ob die Wäsche auf dem Boden einen Tag länger hängt oder nicht.
  • Führen Sie keine Handwäsche durch. Alles, was Sie tragen, muss in der Maschine waschbar sein. Kaufen Sie also nichts, was keine Maschinenwäsche aushält.
  • Haben Sie noch Anzüge von der Stange, Röcke oder Ähnliches, in denen ein Schild ‘Reinigen‘ steht? Das ist in der Regel Blödsinn. Heute kann man alles in der Maschine waschen – dann nur nicht schleudern, sondern tropfend aufhängen. Auf dem Wäscheboden bitte ein Gefäß drunter stellen.
  • Anders bei Wolle und Schurwolle. Sie kann sich tatsächlich verziehen. Ich wasche sie dennoch in der Maschine. Oft ist das Teil am Rücken dann etwas länger und verzogen. Allerdings nehme ich es als nicht so unschön wahr, dass ich hier eine Handwäsche durchführen würde. Auch hier schleudere ich nicht und hänge es tropfend auf.
  • Alternativ können Sie in den kältesten Monaten mit der fast trockenen Wäsche in den Waschcenter gehen. Allerdings ist das ein ziemlicher Aufwand. Ich habe es ausprobiert – und als nicht akzeptabel bewertet, da ich gehbehindert bin und die Mengen einer Großwäsche dort nicht bewältigen konnte. Ich lasse die Wäsche vier Tage trocknen und nehme dann portionsweise erst die dünnsten Teile mit in die Wohnung usw.
  • Ansonsten: Überlegen Sie, ob sich für Sie grundsätzlich die Nutzung eines Waschcenters lohnt. Denn Waschmaschinen haben heute eine Lebensdauer von durchschnittlich sechs Jahren. Diese Tatsache wurde schon von der Verbraucherzentrale und ‘Murcks – Nein Danke!‘ bemängelt. Es scheint also etwas daran zu sein. Meine Maschine arbeitet schon seit dreißig Jahren. Es ist also durchaus möglich, langlebige Maschinen herzustellen. Es ist also nachzurechnen, der Anschaffungswert der Maschine, Wasser- und Stromverbrauch über sechs Jahre. Demgegenüber der Verbrauch im Waschcenter. Hier ist in beiden Fällen Waschmittel hinzuzurechnen, da Sie das Waschmittel nicht im Center kaufen, da es dort zu teuer ist, sondern selbst mitbringen.
  • Lassen Sie nach der Benutzung die Waschmaschinentür offen, damit sie austrocknen kann. Das Gleiche mit den Waschmittelbehältern.
  • Hat Ihre Waschmaschine eine eingebaute Uhr, die auch läuft, wenn Sie die Maschine nicht nutzen? Ein völlig sinnloser Stromverbraucher. Wofür braucht man überhaupt eine Uhr an der Waschmaschine. Ziehen Sie den Stecker. Besser noch, kaufen Sie sich so eine Maschine gar nicht erst. Kommen Sie an die Steckdose nicht heran, weil sie hinter der Waschmaschine über dem Boden installiert ist, schauen Sie, ob sie eine separate Sicherung hat – und kippen Sie diese nach dem Waschen auf aus, wenn Sie die Maschine wieder benötigen, schalten Sie sie wieder ein.
  • Nutzen Sie keinen Entkalker. Der ist so überflüssig, wie nur irgend etwas. Entkalker ist schon in den Waschmitteln automatisch drin.
  • Schütten Sie keinen Essig oder sonstigen Unsinn in die Maschine – um das Waschergebnis zu manipulieren. Die Wäsche wird nicht besser, aber die entsprechenden Essenzen sind so aggressiv, dass sie die Maschine, die Trommel etc. angreifen.
  • Achten Sie darauf, keine Unwuchten in der Maschine zu haben, beispielsweise, indem Sie ein Wäschenetz besonders vollstopfen. Unwuchten beanspruchen die Maschine beim Schleudergang enorm.
  • Packen Sie keine Tennisbälle oder ähnlichen Unsinn in die Maschine. Sind Sie sich beim Waschen von Federbetten nicht sicher, gehen Sie in den Waschcenter. Industriemaschinen halten die Bälle aus.
  • Waschen Sie nie nur eine Wolldecke. Wieder wegen der Unwuchten. Legen Sie immer ein größeres Wäschestück, beispielsweise ein Badetuch, mit ein, damit die Maschine beim Schleudern gleichmäßig ausgelastet ist.
  • Drehen Sie Wäschestücke, die Metallknöpfe oder ähnliches haben, immer auf die andere Seite. Die Beschichtungen der Trommeln sind heute so dünn, dass ein Schlag gegen sie mit Metallknöpfen durchaus Beschädigungen hervorrufen kann, die zu Roststellen an der Trommel und dann zu Rostflecken an der Wäsche führen.
  • Kein Wissenschaftler hat je den Begriff ‘Lochfraß‘ gehört. Lochfraß ist ein ähnlicher Mythos wie die Steinlaus.
  • Wenn die Maschine einen Defekt hat, muss man sich sehr gut überlegen, ob man sie reparieren lässt. Es sind immer dieselben Teile, die ganz schnell kaputt gehen – und im Austausch irre teuer sind. Mit Anfahrt und Arbeitszeit des Monteurs kommt da einiges zusammen. Allerdings habe ich einmal einen Bericht über einen Monteur gesehen, der sich darauf spezialisiert hat, diesen Herstellungsschrott für kleines Geld zu reparieren. Informieren Sie sich vorher im Netz oder auf Youtube.
  • Kleidung, außer Strümpfe und Unterwäsche, muss nicht nach einem Mal tragen in die Wäsche, wenn sie nicht riecht. Jede Wäsche reibt einen Teil der Oberfläche des Kleidungsstücks ab. Es erhält unschöne Knötchen, wird dünn und reißt. Kleine Löcher, die man oft in seinen Oberteilen findet, kommen meist nicht von Kleidermotten, sondern vom vielen Waschen. Kleidung können Sie einige Tage nacheinander tragen, oder auswechseln und dann abwechselnd anziehen. In die Wäsche muss Kleidung dann, wenn sie riecht. Dies geschieht nicht plötzlich am Tag, sondern Sie bemerken es schon morgens beim Ankleiden. Also keine Angst, dass Sie irgendwo stinkend sitzen. Kleidung, die ich nicht mehr am Tag tragen kann, nutze ich oft noch als ‘Schlafanzugoberteil‘
  • Viele Menschen hängen ihre Kleidung zum Lüften auf den Balkon. Probieren Sie aus, ob das für Sie und für Ihre Kleidung, oder einige Kleidungsstücke eine Option ist.
  • Andererseits, achten Sie darauf, dass Sie nicht irgendwo sitzen und stinken wie Iltis. Das wiederum kann man seinen Mitmenschen nicht zumuten. Also: Kleidung länger tragen: Ja! Kleidung bis zum Stinken tragen: Nein!

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